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„… und es geschah im November“ – 20. Jahrestag des Mauerfalls

09.11.2009Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls.

Am 09.November 1989 um ca. 18:55 Uhr teilt SED-Funktionär Günter Schabowski im Internationalen Pressezentrum in der Mohrenstraße, Berlin, den anwesenden Reporterinnen und Reportern mit: „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Paß- und Meldewesen der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne daß dafür noch die Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. […] Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu West-Berlin erfolgen.“
Auf die Frage: „Wann tritt das in Kraft?“ antwortete Schabowski wörtlich: „Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.“
 
… und so nimmt der Fall der Mauer seinen Lauf. Schließlich um ca. 23:30 Uhr spüren auch die sich versammelnden Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen DDR am Grenzübergang Bornholmer Brücke die Veränderung. Die bis zu diesem Punkt auf etwa 20.000 Personen angewachsene Personengruppe, die lautstark die Öffnung der Tore fordert, droht überhand zu nehmen und so befiehlt der Grenzer Harald Jäger: „Macht den Schlagbaum auf!“ und gibt kurz darauf eine Meldung an seinen Vorgesetzten: „Wir fluten jetzt!“. Nun gibt es kein Halten mehr und die Wartenden strömen in den längst unerreichbar gedachten Westen.
 
Doch wie kam es zu diesem historischen Tag? Ohne Solidarnosc und Perestroika keine Friedliche Revolution, ohne Revolution kein Mauerfall, ohne Mauerfall keine deutsche Wiedervereinigung, ohne Wiedervereinigung kein Ende des Kalten Krieges, ohne Systemwechsel kein wiedervereinigtes Europa – Geschichte mit Dominoeffekt!
 
So lautet auch das Motto zum heutigen 09.November 2009, dem 20. Jahrestag des Mauerfalls. Mit dem „Fest der Freiheit“ ist der Höhepunkt des Berliner Themenjahres „20 Jahre Mauerfall“ eingeläutet. Berlinerinnen, Berliner und Gäste aus aller Welt feiern dieses denkwürdige Jubiläum gemeinsam mit Vertretern der DDR-Opposition, Zeitzeugen, Staatsgästen und Persönlichkeiten aus Politik und Kultur.

Bürgerbewegungen in Polen, Ungarn, der ehemaligen Tschechoslowakei und in der DDR haben mit Mut und beharrlichem Freiheitswillen die Diktaturen zum Einsturz gebracht, das Tor zur Freiheit aufgestoßen und einen „Dominoeffekt“ ausgelöst. Die Überwindung der deutschen und europäischen Teilung wurde nur so möglich. Berlin sagt Danke.
 
Wir als Landesjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt Berlin wünschen allen Berlinerinnen und Berlinern sowie Gästen aus aller Welt, die zu diesem denkwürdigen Tag nach Berlin gereist sind, friedliche und wunderschöne Feierlichkeiten mit unvergesslichen Augenblicken und Momenten.