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Zukunft? – Jugendverbandsarbeit!

07.07.2011Die Diskussion um die Zukunft(-sfähigkeit) der Jugendverbände zieht sich durch viele Verbände: wenig Zeit für kontinuierliches Engagement in einem Verband durch Verdichtung von Bildungs- und Lernwegen und auch das „sich leisten können“ von Freiwilligendiensten sind Themen, die immer wieder auf der Agenda stehen und für die noch keine befriedigende Lösungen gefunden sind. Die Forderungen des Landesjugendringes sind, wie sicher bei den anderen LJRen ganz ähnlich.

Im Jahr 2009 haben das Land Berlin und der Landesjugendring Berlin das Abkommen für die  Jugend unterzeichnet, das ein Bekenntnis zur Berücksichtigung der Interessen von Kindern und Jugendlichen in allen Politikfeldern ist. Unter anderem ist mit dem Abkommen die Einrichtung des Runden Tisches Jugend verabredet worden, der im Juni 2010 zum ersten Mal tagte. Ziel des Runden Tisches ist es, jugendpolitische Impulse zu geben. Bereiche wie Selbstorganisation und Engagement junger Menschen, Integration, Bildung, Arbeit und Ausbildung, soziale Sicherheit, Kultur und Stadtentwicklung stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten dieser Runde. Soweit die Landesebene für die Jugendverbände allgemein.

Im Landesjugendwerk Berlin waren 2007- da bin ich hier eingestiegen- einige wenige Aktive und eine Geschäftsstelle mit einer 75% Stelle für die Geschäftsführung und 50% für die Verwaltung. Das heißt: super, aber auch- kleine Schritte gehen. Wir waren in der Vergangenheit ein Projektträger der freien Jugendhilfe und haben tolle Aktionen und Projekte umgesetzt, die auch immer größer wurden.Wir sind in der Stadt nicht unbekannt, weil wir mit mehreren Spielmobilen in verschiedenen Kiezen unterwegs sind. Als Jugendverband haben wir mal ein Seminar, mal einen Workshop veranstaltet- das war´s. Jugendwerker_innen haben wir darüber natürlich auch eher nicht akquiriert. 
Über FSJler_innen bei uns im LJW und in der AWO und die Planung eines Feriencamp 2010 haben sich zu den wenigen Aktiven doch noch einige weitere dazu gesellt. Unsere Kreativität und Handlungsfähigkeit stieg an. So gab es in 2009 das erklärte Ziel mehr Gesicht als Jugendverband zu zeigen: wir möchten ein Jugendverband mit Profil sein und nicht ein x-beliebiger Projektträger der Stadt. Daran arbeiten wir- weniger stadtteilorientierte Projekte mit freien Mitarbeiter_innen, mehr klassische Jugendverbandsarbeit. Aktuell haben wir neben einigen Projekten, die ja auch super laufen, einen kleinen Vorstand und zwei hoch aktive Arbeitskreise. Es gibt wieder drei Kreisjugendwerke in Berlin, ein viertes ist in Gründung. Wir machen im Sommer wieder ein Feriencamp und eine IB nach Russland, es gibt eine Bildungsfahrt im Herbst und wir waren für die große Anti- Atom Demonstration Aufrufende für die AWO Berlin und mit dabei.
Es ist sicher nicht nur bei uns so, dass nur über Themen und Aktivitäten, die Interesse bei Kindern und Jugendlichen hervorrufen, Aktive gewonnen werden. Es müssen Rahmenbedingungen und Raum geschaffen sein, die ehrenamtliche Arbeit möglich machen, die Aktiven werden von hauptamtlicher Seite begleitet, ihnen wird zugearbeitet.  Die so gerade neu gewonnenen aktiven Jugendwerker_innen sind aber ganz schnell wieder weg, wenn Gremientermine und Vereinsdinge auf dem Plan stehen. Wir versuchen solche Termine möglichst hauptamtlich zu besetzen. Man (und frau) kann sich auch themenbezogen (AK Urlaub, KinderUni) engagieren, ohne Furcht gleich in den Strudel „Vereinsmeierei“ zu geraten. Damit machen wir sehr gute Erfahrungen. Wir werden mehr, die sich auch mehr zutrauen. Unser Landesverband ruft, egal wo bei dem Stichwort „Jugend“ sofort erstmal Jugendwerk, was ja auch nicht nur schlecht ist. Wir haben gelernt eine Balance zu finden und uns auch abzugrenzen. Unser Mutterschiff ist uns gegenüber nämlich auch sehr großzügig, hilfreich und unterstützend. Und ganz weit vorn in der „Umsetzung der Maßnahmen zur Stärkung des Jugendwerkes in der AWO“; wir dürfen mitreden und werden gehört.

Es dauern Dinge manchmal lange und klappen ab und an auch gar nicht, aber wir bewegen uns wieder, damit sich was bewegt!