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Von Paradis Judaeorum bis zum Abgrund.

05.10.2016Wie im vergangenen Jahr haben wir auch in diesem Herbst eine Bildungsfahrt unternommen. Diese führte uns vom Freitag, den 30. September, bis Montag, den 03. Oktober 2016, in die polnische Stadt Krakau.

Das vielfältige Programm startete mit einer Altstadtrallye, in deren Rahmen wir unter anderem die Wawel-Burg besuchten, über den Hauptmarkt mit den alten Tuchhallen wandelten und uns das traditionelle Posaunenspiel der Feuerwehr der ebenfalls dort gelegenen Marienkirche anhörten. 

Stets dabei - der ehemalige Weih-, sowie Erzbischof Krakaus Karol Jósef Wojtyla und spätere Papst Johannes Paul II. Er begleitete uns indirekt auf unseren Wegen, denn die sehr gläubigen Polen und insbesondere die Krakauer Bürger_innen verehren ihren ehemaligen Papst nicht nur im Herzen, sondern auch sichtbar auf Plätzen, an Kirchen und Gebäuden.

Von Paradis Judaeorum...

Anschließend an die Altstadtrallye machten wir uns auf den Weg ins ehemalige jüdische Viertel Kazimierz mit seinen Wahrzeichen Tempelsynagoge, Alte Synagoge und Galicja. Bereits hier trafen wir auf die ersten Gräueltaten des Nationalsozialismus: Einen jüdischen Friedhof - also einem Ort, an dem Menschen ihre letzte Ruhe finden sollten und Angehörige an diese Denken wollten, der als Mülldeponie genutzt wurde.

...bis zum Abgrund.

Ebenfalls erkundeten wir auch den Stadtteil Podgórze, der nicht erst durch Steven Spielbergs oscarprämierten Film "Schindlers Liste" traurige Berühmtheit erlangt hat. Hier wurde ab März 1941 eine jüdische Wohnsiedlung ("Ghetto") eingerichtet, die knapp zwei Jahre später geräumt und die verbliebene jüdische Bevölkerung ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verbracht wurde. Eine kleine Hoffnungsgeschichte war zu jener Zeit Oskar Schindlers »Deutsche Emailwarenfabrik« (DEF), der einige hundert Juden vor ihrem Schicksal bewahrte.

Dass Auschwitz nie wieder sei!

Auch ein Besuch der Lager Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau stand auf dem Programm.

Das Konzentrationslager Auschwitz ist für die ganze Welt zum Symbol für Terror, Völkermord und die Shoah geworden. Es ist Sinnbild für die Entfesselung der technischen und bürokratischen Möglichkeiten der westlichen Moderne, entbunden von jeglichen moralischen und ethischen Grenzen; für einen Völkermord, der rational geplant und ausgeführt wurde.

Über 70 Jahre nach der Befreiung des Konzetrationslagers ist es wichtig, dass die Erinnerungen an die dort geschehenen Gräueltaten aufrecht erhalten bleiben und auch weiterhin die Erlebnisse derjenigen weitergegeben werden, die sich auf ihre Art und Weise im Lager gewehrt und anderen Menschen das Leben gerettet haben. Niemand kann sich wohl wirklich vorstellen, wie abgründig und entsetzlich die damalige Situation war, oder sich gar in sie hineinversetzen. Aber aus der Erinnerung an die Verbrechen entsteht die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich Auschwitz nie wieder wiederholen kann.