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Unter goldener Oktobersonne am Schweriner See

14.10.2014Das Wetter hätte an einem Oktoberwochenende besser nicht sein können: Bei schönstem Sonnenschein unternahmen wir unsere Bildungsfahrt nach Schwerin. Die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns zeichnet sich vor allem durch ihre vielen Seen und grünen Oasen aus, die uns fast magisch anzogen. Neben Natur gab es aber auch mit dem Besuch des Schweriner Schlosses viel Kultur zu erleben.

Nach einer zügigen Anreise am Freitag und dem Bezug unserer Unterkunft im Schweriner Stadtteil Ostorf gab es bereits am ersten Abend ein wahres Highlight: Schwerin bei Nacht! Besonders eindrucksvoll waren die Lichtinstallationen an den kulturellen Gebäuden der Stadt, die durch Scheinwerfer prachtvoll in Szene gesetzt wurden. Eine individuelle Tour in unserem Bus ermöglichte uns zudem einen ersten richtig guten Eindruck unseres Reiseziels. Mit diesen Erlebnissen verbrachten wir noch einen entspannten, aber doch relativ kurzen Abend gemeinsam in unserer Unterkunft, bevor es für uns geschafft ins Bett ging.

Die Lage unserer Unterkunft nur wenige Gehminuten vom Schweriner Schlossgarten entfernt erwies sich am Samstag als optimal: Am Vormittag konnten wir so einen ruhigen Spaziergang durch den Park unternehmen. Bei für Berliner Verhältnisse völlig ungewohnter Stille näherten wir uns immer mehr dem Schweriner Schloss, das sich auf einer eigens aufgeschütteten Insel im Schweriner See befindet. Früher war das Schloss Sitz der Mecklenburger Grafen und Herzöge, nach der Wiedervereinigung und einer aufwendigen Restauration beherbergt es nun das Landesparlament Mecklenburg-Vorpommerns. Bevor wir das Schloss von innen besichtigten, erkundeten wir noch den im 19. Jahrhundert gestalteten Garten direkt um das Schloss herum. Die Anlage zeichnet sich durch ihre Verspieltheit aus. So waren wir besonders fasziniert von der Liebesgrotte, die einen versteckten Zugang zum Schloss besitzt. Heute ist dieser allerdings nicht mehr geöffnet …

Im Schloss konnten wir uns mit der Gestaltung des Schlosses und der damit eng verbundenen Geschichte der Mecklenburger Herrscherfamilie beschäftigen. Imposant war natürlich der Thronsaal, aber auch die Privatgemächer besaßen ihren besonderen Charme. Besonders spannend am Schweriner Schloss ist, dass es im Grunde immer noch restauriert wird. Einzelne Flügel sind noch nicht vollständig saniert, während andere Gebäudeteile bereits hochmodern ausgestattet sind, z. B. der Landtag. Den konnten wir allerdings nicht besichtigen. Entschädigt wurden wir mit den Schätzen der Mecklenburger Herzöge, wie ihrer vielfältigen Porzellansammlung.

Nach einem kleinen Stadtrundgang und einem ausgiebigen Mittagessen ging es für uns in einem kleinen Ausflug nach Boltenhagen an die Ostsee. Nur 50 Minuten von Schwerin entfernt konnten wir somit etwas Meerluft schnuppern. Die Sicht war zwar nicht besonders gut, aber der salzige Geruch des Meeres ließ einen auf dem Steg doch ins Ferne schweifen. Nach unserer Rückkehr ließen wir den Abend in der Schweriner Altstadt gemütlich bei ein paar Getränken ausklingen.

Am Sonntag, dem letzten Tag unserer Bildungsfahrt, ging es für uns in den Schweriner Zoo. Der Zoobesuch stellte sich schon bald als besonders reizvoll heraus, als uns plötzlich kleine Äffchen über den Weg liefen. Man kam nicht nur relativ nah an die Tiere heran, sondern konnte auch bei einigen ins Gehege hinein – natürlich nicht bei Bären, Löwen und Tigern … Zum Abschluss unserer Reise statteten wir noch dem Schweriner Fernsehturm einen Besuch ab. Dieser liegt etwas außerhalb der Schweriner Altstadt in einem etwas unscheinbaren Stadtviertel mit DDR-Charme. Bei sonnigem Wetter und guter Sicht hatten wir von hier einen prächtigen Ausblick auf Schwerin und den Schweriner See. Im Anschluss ging es dann für uns zurück nach Berlin. In weniger als zwei Stunden waren wir schon wieder in der Hauptstadt. Alle waren sich bei der Rückkehr einig: Schwerin, die kleinste Landeshauptstadt Deutschlands, war durch ihren eigenen Charme auf jeden Fall eine Reise wert – und viele werden in naher Zukunft der Stadt wieder einen Besuch abstatten.