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SommerferienCamp für Flüchtlingskinder

10.08.2013In den Sommerferien fand im Jugendclub „Judith Auer“ ein sechswöchiges Feriencamp für Kinder aus der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge „AWO Refugium Rhinstraße“ statt. Gemeinsam mit dem Landesjugendwerk der AWO Berlin konnte so ein vielfältiges pädagogisches Angebot für die Kinder angeboten werden, die erst vor kurzem nach Deutschland geflüchtet sind und jetzt im Rahmen ihres Asylgesuchs im AWO Refugium untergekommen sind.

Oberstes Ziel des Camps war es, die Kinder, die bis jetzt nur wenig oder noch gar keine Deutschkenntnisse besitzen, auf den Unterricht in deutschen Regelschulklassen vorzubereiten. Damit der Unterschied zu ihren gleichaltrigen einheimischen Mitschüler_innen nicht zu groß am ersten Schultag war, sollten vorrangig sprachliche Kompetenzen durch verschiedenste Methoden vermittelt werden. Aufgrund der Betreuung der insgesamt 25 Kinder durch vier Honorarkräfte war es auch möglich, auf die verschiedenen Sprachniveaus der Kinder einzugehen und eine weitestgehend individuelle Förderung anzubieten.

Im Tagesablauf stand am Vormittag der „Unterricht“ im Vordergrund, in dem verschiedene thematische Schwerpunkte gesetzt wurden: Musik, Kunst, Bewegung, Lesen, Kochen uvm. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, das größtenteils mit den Kindern gemeinsam zubereitet wurde, gab es am Nachmittag ein Freizeitprogramm im Jugendclub, an dem Sport, aber auch Spaß im Vordergrund standen. Am Ende jedes Tages wurden die neu gelernten Wörter wiederholt, sodass es möglich war, sich möglichst viel einzuprägen und an den nächsten Tagen wieder zu verwenden. Durch die Verknüpfung mit dem Alltag sollte die Lernkurve zugleich weiter erhöht werden. Mittwochs gab es in jeder Ferienwoche einen Ausflug zu verschiedenen Zielen, um die Kinder mit dem Verkehr und dem Leben in einer Großstadt wie Berlin vertraut zu machen. Unter den Ausflugszielen waren u. a. der Kinderbauernhof Pinke-Panke, die Verkehrsschule Lichtenberg, das Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ), der Britzer Garten und das Museum für Kommunikation.

Als Fazit steht nach sechs Wochen Sommerferiencamp, dass sich das Sprachniveau aller teilnehmenden 25 Kinder deutlich erhöht hat und sie zugleich mit der für sie fremden Umgebung in Berlin vertraut gemacht wurden. Dem (Schul-)Alltag können sie, ihre Eltern und die Betreuer_innen im AWO Refugium also mit großer Vorfreude und auch ein bisschen Gelassenheit entgegensehen. Natürlich werden sie auch weiterhin mehr Zeit brauchen, um die deutsche Sprache vollständig zu beherrschen. Jedoch sollte dies nach diesen sechs Wochen Spiel, Spaß und Lernen einfacher sein. Der Jugendclub „Judith Auer“, das Landesjugendwerk der AWO Berlin und – nicht zu vergessen – die zahlreichen betreuenden Honorarkräfte und Helfer_innen sind ebenfalls überzeugt davon, dass dieses Konzept, das in Zusammenarbeit mit der Regionalstelle Lichtenberg der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft umgesetzt wurde, auch in Zukunft erfolgreich fortgeführt werden sollte, um Flüchtlingskindern einen optimalen Start in ihr neues Leben in Berlin und ihre Schullaufbahn zu ermöglichen.