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Mehr als 250.000 Menschen fordern bundesweit: „Alle AKWs abschalten - jetzt und endgültig!“

27.03.2011Vierzehn Tage nach den verheerenden Naturkatastrophen und der bisher unkontrollierbaren Reaktorkatastrophe in Japan bildet sich der größte Anti-Atom-Protest in der Geschichte Deutschlands. In Berlin demonstrieren 120.000, in Hamburg 50.000, in München und Köln je 40.000: Insgesamt mehr als 250.000 Menschen fordern einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.

Am vergangenen Samstag haben sich allein im Berliner Stadtzentrum rund um den Potsdamer Platz und das Regierungsviertel 120.000 Atomkraftgegner_innen versammelt, um mit einem Meer aus Fahnen, Transparenten und Ballons lautstark für das Ende des Zick-Zack-Kurses der Bundesregierung zu demonstrieren. Sie fordern den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft und eine schnelle Energiewende. Denn ihrer Meinung nach hat die Katastrophe in Fukushima gezeigt, wie unbeherrschbar Atomkraft wirklich ist.

Während der großen Abschlusskundgebung auf der Straße des 17. Juni erklärten die Veranstalter, die die Demonstrationen innerhalb kurzer Zeit organisierten: “Dies sind die bisher größten Anti-Atom-Proteste in Deutschland. Die Antwort der Bundesregierung muss jetzt das Abschalten sein.“ Zu den Demonstrationen unter dem Motto „Fukushima mahnt – alle AKWs abschalten“ hatte ein breites Bündnis von Initiativen, Verbänden und Organisationen aufgerufen. Gemeinsam gedachten die Menschen mit einer Schweigeminute, die zeitgleich in allen vier Städten stattfand, der unzähligen Opfer in Japan.

Die Energiewende!? Ja oder Nein.
Dass es in Deutschland nach dem Fukushima-GAU nicht weitergehen kann wie vorher, steht nun endgültig fest, denn das von den Demonstrant_innen gesetzte Signal wird auch im (wenig entfernten) Kanzleramt für Trubel sorgen. Doch bisher weicht die Bundesregierung mit dem von ihr verhängten Moratorium den nötigen Entscheidungen aus und scheint zu hoffen, dass dies sowie die Einsetzung einer Ethik-Kommission die Bevölkerung beruhigt.

Wir sagen dazu „Nein!“. – Gemeinsam mit einem breiten Bündnis werden wir weiter für die Abschaltung jedes einzelnen Atomkraftwerks kämpfen. „Wir werden nicht zusehen, dass nach dem Ende des Moratoriums die acht derzeit abgeschalteten AKWs wieder ans Netz gehen.“ Mit völlig unverbindlichen Kurskorrekturen, die aus wahltaktischen Gründen von der Bundesregierung im Vorfeld von Landtagswahlen getroffen wurden und die dennoch nicht zum erhofften Erfolg führten (s. Baden-Württemberg), lassen wir uns nicht abspeisen. Jetzt muss endgültig abgeschaltet werden!

Es liegt an uns, ob die Atom-Meiler wieder ans Netz gehen.
Es liegt an uns, ob die Laufzeitverlängerung endgültig gekippt wird.
Es liegt an uns, ob die anderen AKWs schneller abgeschaltet werden.


Jetzt heißt es dran bleiben! Wenn sich in vier Wochen die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum fünfundzwanzigsten Mal jährt, werden an einzelnen AKW-Standorten wieder Zehntausende demonstrieren.

Berliner Anti-Atom-Demo am 26. März 2011