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Jugendwerk und AWO gegen Rechts

22.11.2013Distanzierung von jedweder Instrumentalisierung durch rechtsextreme Gruppen. Aufruf zur Gegendemo gegen Nazi-Aufmarsch in Schöneweide am 23. November 2013.

Am Mittwoch, den 20. November 2013, erhielt das Landesjugendwerk der AWO Berlin Besuch von zwei Männern und einer Frau, die sich als Jugendinitiative „Jugend braucht Perspektive“ ausgaben und Fragen zur Arbeit des Jugendwerkes stellen wollten. Der anwesende Mitarbeiter wurde von der Gruppe trotz Verweises auf die fachliche Zuständigkeit der Landesjugendwerksgeschäftsführung in ein Gespräch verwickelt, das mitgefilmt wurde. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Gruppe zur Jugendorganisation der NPD gehört. Der Mitschnitt erfolgte ohne Einverständnis des Mitarbeiters, der Landesjugendwerksgeschäftsführung und der Leitung des Jugendclubs „Judith Auer“ im AWO Kreisverband Südost e.V., in dessen Gebäude das Landesjugendwerk seine Geschäftsstelle hat.

Im Internet ist nun ein Video aufgetaucht, das einen Mitschnitt aus diesem Gespräch in einen Aufruf zu einer rechtsextremen Demonstration einbettet. In diesem Aufruf wird gegen Flüchtlinge gehetzt und eine Jugendeinrichtung ausschließlich für deutsche Kinder und Jugendliche gefordert. Es wurde versucht, den Mitarbeiter zu entsprechenden Aussagen hinreißen zu lassen, was aber nicht gelang. Durch den Schnitt des Videos wurde jedoch versucht, genau solch einen Eindruck entstehen zu lassen.

Das Landesjugendwerk der AWO Berlin, der AWO Landesverband Berlin e.V. und der AWO Kreisverband Südost e.V. distanzieren sich von jedwedem Verhalten und jeder Ideologie, die die Grundsätze der AWO – Demokratie, Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit – verletzen. Mit unserer Arbeit engagieren wir uns dort, wo wir soziale Ungerechtigkeit vermuten, wo Demokratie missachtet wird und Menschen benachteiligt werden. Uns liegt am Herzen, Toleranz und Solidarität wieder den Wert zu geben, der in einer Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen, unerlässlich ist. Unser aktives Engagement für Flüchtlinge ist ein klares Zeichen dafür, dass wir für die Rechte und Bedürfnisse dieser Not leidenden Menschen einstehen. Es ist uns ein besonderes Anliegen, ihnen das Leben in einer unvertrauten Umgebung möglichst angenehm zu machen.

Wir lassen uns nicht von rechtsextremen Organisationen instrumentalisieren. Unser Leitbild und unsere Grundsätze sprechen eine klare Sprache: Wir kämpfen für eine sozial gerechte Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der Menschen füreinander einstehen und sich für benachteiligte Menschen engagieren. Dies gilt für jeden einzelnen von uns – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Segregation wird es bei uns und mit uns niemals geben. Der gesamte Vorstand, die Geschäftsführung und jede einzelne Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter des Landesjugendwerkes der AWO Berlin, des AWO Landesverbandes Berlin e.V. und des AWO Kreisverbandes Südost e.V. stehen uneingeschränkt hinter dieser Auffassung und vertreten diese nach innen und außen. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus haben bei uns keinen Platz!

Am morgigen Samstag rufen Rechtsextreme zu einer Demonstration auf, die von Schöneweide über Johannisthal nach Rudow führen wird. Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus Treptow-Köpenick“ organisiert eine Gegendemonstration, die sich um 14 Uhr an der Kreuzung Sterndamm/ Groß-Berliner-Damm treffen wird. Die AWO wird dort ebenfalls vertreten sein und sich den Nazis entgegenstellen. Wir rufen jede und jeden dazu auf, sich an der Anti-Nazi-Demo zu beteiligen!