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Herbstferien für Flüchtlingskinder

28.10.2013Sie und ihre Eltern sind erst vor kurzem nach Deutschland gekommen. Ihre Herkunftsländer sind Serbien, Tschetschenien oder Syrien – nach ihrer Flucht sind sie schließlich in verschiedenen Wohnheimen in Berlin untergekommen.

Die Rede ist von gut 20 Flüchtlingskindern, die derzeit in sogenannten „Willkommensklassen“ zwei Lichtenberger Grundschulen besuchen. Seit ihrer Ankunft unterliegen nämlich auch sie der allgemeinen Schulpflicht. Um ihnen das Erlernen der deutschen Sprache und das Einleben in ihr neues Umfeld leichter zu machen, hat das Landesjugendwerk der AWO Berlin – wie schon in den Sommerferien – ein SprachCamp durchgeführt. Der Spaß kam aber natürlich nicht zu kurz, immerhin waren es ja Schulferien!

Nachdem es in den Sommerferien bereits ein ähnliches Projekt für Flüchtlingskinder gegeben hatte, galt es nun, die gemachten Erfahrungen in das neue Projekt in den Herbstferien einfließen zu lassen. Das Team um Leiter Philipp Roch setzte hier darüber hinaus noch eigene Akzente. Dieses Mal waren die Voraussetzungen schließlich etwas anders als noch in den Sommerferien. Kamen die Kinder damals ausschließlich aus der Erstaufnahmestelle „AWO Refugium Lichtenberg“, waren sie dieses Mal aus vier verschiedenen Wohnheimen in Lichtenberg und somit auch jeweils mit unterschiedlichem Sprachniveau versehen. Diese verschiedenen Niveaus galt es unter einen Hut zu bringen, da möglichst jedes Kind die beste individuelle Förderung erhalten sollte. Mit insgesamt vier Betreuer_innen pro Tag war es möglich, vier Lerngruppen zu bilden und Anforderungen an die Kinder somit zu differenzieren.

Von Montag bis Freitag kamen die Kinder – teils selbstständig, teils unter Begleitung der Eltern oder von Betreuer_innen aus den Wohnheimen – täglich in den Jugendclub „Judith Auer“, der Veranstaltungsort für die insgesamt zehn Tage war. Von 09:30 Uhr an gab es bis zum gemeinsamen Mittagessen einen Unterrichtspart, der allerdings offener und ungezwungener als in der Schule ausgelegt war. Thematisch drehte es sich um Natur, Verkehr, Geld und Alltag, wobei in erster Linie die Vermittlung von sprachlichen Kompetenzen im Vordergrund stand. Am Nachmittag gab es ein freies Programm im Jugendclub, bei dem u. a. der Kickertisch, zahlreiche Spielmaterialien und -geräte sowie die Chill-Räume rege genutzt werden konnten. Um 15:30 Uhr war dann nach einer Abschlussrunde mit der Festigung der neu gelernten Inhalte der Tag im Camp vorbei. An einem Tag pro Woche gab es darüber hinaus Ausflüge – ins Museum für Kommunikation und in die Waldschule Plänterwald. Im Kommunikationsmuseum hatten die Kinder die Möglichkeit, an einem interaktiven Workshop teilzunehmen und vor allem viele Dinge rund um das Thema „Kommunikation“ im wahrsten Sinne des Wortes zu „begreifen“. In der Waldschule konnten sie viele spannende Sachen in Flora und Fauna aus nächster Nähe erleben und so einen Eindruck der hiesigen Natur erhalten.

Die Kinder hatten an allen zehn Tagen viel Spaß und Freude. Am letzten Tag fiel dann auch der Abschied für einige besonders schwer, die jetzt in ihren Willkommensklassen in den Schulen die deutsche Sprache weiter erlernen und ihre Deutschkenntnisse verbessern können. Leider konnten nicht alle Kinder aus den Willkommensklassen am SprachCamp teilnehmen, was sich beim nächsten Camp – spätestens in den nächsten Sommerferien –ändern sollte. Immerhin geht es hier um die Kinder, die in ihrer neuen Umgebung – genau wie ihre Eltern – dringend die neue Sprache erlernen müssen, um sich hier einfacher zurechtfinden zu können. Das Konzept des SprachCamps in den Ferien ist aus unserer Sicht und der Sicht der Sozialarbeiter_innen in den Wohnheimen ein voller Erfolg.