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Bericht von der Mitgliederversammlung des Landesjugendrings Berlin: Integrationsdebatte und Erfolg für das Landesjugendwerk der AWO Berlin

19.03.2013Am vergangenen Samstag, den 16. März 2013, fand in der Jugendbegegnungsstätte Alte Feuerwache in Berlin-Mitte die 24. Mitgliederversammlung des Landesjugendrings Berlin statt, unter dessen Obhut verschiedenste Berliner Jugendverbände organisiert sind und der zugleich die Kompetenzen seiner Mitgliedsverbände bündelt und deren Positionen nach außen vertritt. Dieses Jahr lag der inhaltliche Schwerpunkt der Versammlung auf dem Thema „Integration“. Die Nachwahlen zum Vorstand des Landesjugendrings sahen darüber hinaus einen Erfolg für uns: Die Landesjugendwerksgeschäftsführerin Andrea Niemann wurde als Beisitzerin in den Vorstand berufen!

Der Landesjugendring Berlin kann auf ein erfolgreiches Jahr 2012 zurückblicken, das neben der Kooperation zwischen Jugendverbänden und Schulen insbesondere das Thema „Partizipation von Kindern und Jugendlichen“ in den Fokus rücken ließ. Diese Themen sollen in diesem Jahr weiter fortgeführt werden. Angesichts der anstehenden Bundestagswahl am 22. September 2013 wird es auch wieder um die sogenannte „U18-Wahl“ gehen, bei der sich Kinder und Jugendliche aktiv in die politische Diskussion einbringen sollen und ein Zeichen für mehr Partizipation in der Gesellschaft setzen können. Die Schnittstelle Jugendverband – Schule soll ebenfalls weiterhin gestärkt werden. Ausdruck findet dies bei uns u. a. in der vom Landesjugendring getragenen FSJ-Stelle in der Landesjugendwerksgeschäftsstelle, die schwerpunktmäßig mit dem Projekt „Service Learning“ verbunden ist. Mit dem nächsten FSJ-Durchgang, der im August/September starten wird, werden diese Bemühungen weiter verstärkt.

Ein drittes Thema ist der Dialog mit den Migrant_innenjugendselbstorganisationen (MJSO), der dieses Jahr intensiviert und in einzelne Kooperationen münden soll. Aus diesem Grund waren mehrere Vertreter_innen solcher Jugendverbände auf der Mitgliederversammlung als Gäste anwesend. Die Förderung eines Projekts, das diesen Prozess antreiben und begleiten soll, konnte erfolgreich beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beantragt werden. Das Landesjugendwerk sieht dieser Entwicklung positiv entgegen und hofft, selbst einen Beitrag auf diesem Weg leisten zu können.

Die inhaltliche Arbeit auf der Versammlung drehte sich auch dementsprechend um das Thema „Integration“. In drei verschiedenen Arbeitsgruppen konnten sich die Delegierten und Gäste aktiv in die Diskussion einbringen. Die Themen reichten hier von Islamophobie über Wahlrecht und Staatsbürgerschaft (vgl. das nebenstehende Foto mit den Diskussionsergebnissen) bis hin zur Stigmatisierung von Menschen durch (negativ konnotierte) Benennung. Tenor war insgesamt, dass vor allem mehr Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft geleistet werden muss, da anderenfalls keine positive Entwicklung der Situation von Menschen mit Migrationshintergrund – oder ist diese Formulierung bereits eine Stigmatisierung? – möglich sein kann. Vielen Teilnehmer_innen waren die Hürden für einen Staatsbürgerschaftswechsel beispielsweise gar nicht im Detail bekannt. Dass doppelte Staatsbürgerschaften für Drittstaatsangehörige (Staaten außerhalb der Europäischen Union) gar nicht möglich sind, war ebenfalls nicht jeder und jedem präsent. Alles in allem zeigte es sich, dass noch viel zu tun ist. Der Landesjugendring will hier – wie auch das Landesjugendwerk – die Debatte weiter vorantreiben.

Zum Abschluss der Versammlung stand noch die Nachwahl zum Vorstand an, da noch drei Plätze unbesetzt waren. Mitglieder des Vorstands waren und sind auch weiterhin der Vorsitzende Thomas Koch (Evangelische Jugend) und seine Stellvertreterin Iran Jawadi (Jugendbund djo – Deutscher Regenbogen) sowie die Beisitzer_innen Miriam Bürger (DGB-Jugend) und Kolja Schumann (SJD – Die Falken). Angetreten und schließlich auch in den Vorstand als Beisitzer_innen gewählt sind Marcel Hoyer (BDKJ) und die Landesjugendwerksgeschäftsführerin Andrea Niemann. Andrea wurde bei nur einer Enthaltung fast einstimmig von den Delegierten berufen. Hierzu gratulieren wir ihr ganz herzlich und wünschen ihr zugleich viel Glück und Erfolg bei der Vorstandsarbeit im Landesjugendring Berlin!