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Aufruf zum Gedenken an die Opfer von Utøya und Oslo

20.07.2012Am Sonntag jährt sich das unfassbare Attentat des norwegischen Rechtsextremisten Anders B. Breivik zum ersten Mal, bei dem dieser acht Menschen in Norwegens Hauptstadt Oslo durch eine Bombe tötete und anschließend auf der kleinen Insel Utøya 69 Mitglieder der Jugendorganisation AUF der norwegischen Arbeiterpartei (Ap) brutal und rücksichtslos hinrichtete. Der Prozess gegen Breivik wurde weltweit mit Spannung verfolgt; am 24. August will das Gericht in Oslo ein Urteil fällen. Auch wenn dann Recht gesprochen sein wird: die Trauer über die Opfer und die Unfassbarkeit der Tat werden am ersten Jahrestag jedoch vielerorts dominieren.

Jeder Mensch war wohl erschüttert über die grausamen Nachrichtenbilder, die uns am 22. Juli des vergangenen Jahres erreichten. Die schockierenden Details über das Ausmaß der Tat, die nacheinander bekannt wurden, ließen sicherlich jeden von uns ein großes Stück Betroffenheit spüren. Wir dachten an die Familien und die Freunde der meist jungen Opfer, für die nun eine Welt zusammengebrochen sein musste. Noch schlimmer waren aber die Bilder vom Täter selbst, der sich als Speerspitze der schweigenden Mehrheit darstellen und öffentlich – insbesondere im Laufe des folgenden Prozesses – seinen Triumph auskosten wollte. Breivik wollte sich als Sieger über die vermeintliche „Islamisierung Europas“ und über einen mysteriösen „Kulturmarxismus“ sehen. Sein Hass auf alles, was anders als sein persönliches Weltbild ist / war, macht uns auch heute noch sprachlos und betroffen.

Doch Breivik steht mit diesem Weltbild beileibe nicht alleine da: Auch wenn sie seine Taten offiziell ablehnen und sich von ihnen distanzieren, teilen selbsternannte „Islamkritiker“ und Rechtsradikale den Hass auf alles, was ihrer Meinung nach die vermeintlich „abendländische Gesellschaft“ zerstören würde. Unter diesem Deckmantel werden dezidiert rechtsradikale Denkstrukturen entwickelt, die es zu offenbaren und zu widerlegen gilt. In diesem Sinne muss endlich Schluss sein mit der Verharmlosung der rechtsextremistischen Gefahr in Norwegen, Deutschland und überall auf der Welt!

Aus diesem Grund unterstützt das Landesjugendwerk der AWO Berlin den Aufruf, ein Jahr nach dem Attentat an die Opfer zu erinnern und ihrer würdig zu gedenken. Die ermordeten, zumeist jungen Menschen, und die Hintergründe dieser schrecklichen Tat werden wir niemals vergessen. Lasst uns zur Gedenkkundgebung gehen und gemeinsam Gesicht zeigen für Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt und gegen Faschismus, Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie!

Wann: Sonntag, den 22. Juli 2012, um 14:45 Uhr
Wo: vor den Nordischen Botschaften, Rauchstraße 1, 10787 Berlin