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Armutszeugnis: Deutschland – über 2,6 Millionen Kinder leben in Armut!

15.07.2010Landesjugendwerk Berlin engagiert sich aktiv gegen Kinderarmut und soziale Ausgrenzung

Kinder verschwinden trotz langjähriger Warnungen und Kritik im Armutsloch. Im Jahr 2007 lebten in der Bundesrepublik Deutschland ca. 15 Millionen Minderjährige. Jede_r Sechste davon war von Armut betroffen und laut Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen „Unicef“ steigen die Zahlen weiterhin überproportional schnell. Während die Zahl der Minderjährigen mangels Geburtenzuwachs stetig sinke, steige die Armutsrate besorgniserregend. Trotz angeblich „verbesserter“ Sozial- und Kinderpolitik warnen Beobachter vor Zurückhaltung: Denn war 1950 noch jeder vierte Bundesbürger minderjährig, werden es laut Statistischem Bundesamt 2050 nur noch 13% sein. Auch der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, äußerte sich anlässlich des Weltkindertages 2007 kritisch: Armut reduziere nicht nur die Chancen auf einen guten Schulabschluss, sondern sei auch für die Gesundheit abträglich und vermindere die Teilnahme an kulturellen Aktivitäten.

Wir als Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt fordern deshalb bereits seit mehreren Jahren den Abbau von Kinderarmut und bieten sowohl Kindern als auch Jugendlichen aus sozialbenachteiligten Familien kostenlose Teilhabemöglichkeiten an kulturellen und bildungspolitischen Aktivitäten. Getreu unseren Werten Freiheit, Toleranz und Solidarität sahen und sehen wir es daher als unseren Auftrag, den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes die stetige Verelendung von Kindern und Jugendlichen in die Köpfe zu rufen. Unserer Meinung nach, ist es an der Zeit hinzuschauen, Gesicht zu zeigen, absurde Sparpläne zu verhindern und gemeinsam Seit‘ an Seit‘ für ein demokratisches, gerechtes und gleichbehandelndes Deutschland einzutreten.

Deshalb riefen wir als Landesjugendwerk Berlin am Donnerstag, den 24. Juni 2010, auf dem Potsdamer Platz in Berlin zu einer Aktion gegen Kinderarmut auf. Mit einer Protestwand, auf der vorbeikommende Passanten aber auch geladene Gäste ihre Meinung verewigen konnten, und einer Flashmob-Aktion, bei der Plakate mit Forderungen aber auch Kritik an unserem Land in die Luft gehoben wurden, machten wir gemeinsam auf die Missstände in unserem Land aufmerksam. Sollten diese Forderungen und Kritik in der Realität Umsetzung finden, werden unsere Stifte und Plakate ruhen, andernfalls werden auch wir nicht wegschauen und uns erneut erheben.

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